Auf locationsite.de ist ein Interessantes Interview mit Enrico Wilhelm zu lesen, wobei darin auch auf Flair Stellung bezogen wird:
 ”Flairtending vs. klassisches Bartending -
“Man muss hier zwischen zwei Schulen unterscheiden: der Film “Cocktail” mit Tom Cruise ist natürlich sehr bekannt geworden, spiegelt aber nicht unbedingt das klassische Bild des Barkeepers wider. Das ist eher die Linie des Flairtending, die es neben dem klassischen Bartending gibt. Das wird auch heute noch so unterschieden. Flairtending kam erst in den 80er Jahren auf. Aber es gibt sogar ein Buch von Harry Johnson aus dem 18. Jahrhundert, wo er schon mit zwei Metallbechern einen Drink aus erwärmten Whisky mixt, den er von einem Becher in den anderen schüttet. Das waren wohl die allerersten Ursprünge des Flairtendings. Den richtigen Durchbruch erfuhr es dann aber erst Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre.
Es gibt viele gute Flairtender, ich bin allerdings eher ein Mann für die klassische Linie. Hier ins Raffles Vier Jahreszeiten würde das Flairtending auch gar nicht hinpassen. Wir sind zwar vom Ambiente her eine junge, sehr moderne Bar und haben auch ein junges Publikum, aber von der Cocktail-Linie schon eher klassisch ausgerichtet.”
Das ausführliche Interview könnt ihr auf der o.g. Seite nachlesen.
In diversen Interviews und Berichten wird deutlich, dass nach einhelliger Auffassung Flair „a kind of sport“ ist. Allerdings wird nicht zu bestreiten sein, dass wir (Flairbartender) uns, was die Einstellung zum Sport angeht, noch nicht hinreichend entwickelt haben, um von einer Sportart sprechen zu können. Obgleich sich Flair schon wegen des Bezugs zum Alkohol kaum zu einer offiziellen Sportart entwickeln kann (siehe auch Tom Dyer Interview u.), wäre von einem Flairbartender in diesem Falle zu erwarten, vor Competitions sich auch wie einen Sportler vorzubereiten. Diejenigen die das machen, ist eher eine verschwindende Zahl gegenüber denjenigen, die sich lediglich vornehmen regelmäßig zu trainieren und sich zunehmend mit der Vorstellung anfreunden, die ultimativen „Killer-moves“ drauf zu haben, wenn sie dann endlich anfangen „reinzuhauen“. Darauf warten aber viele noch immer. Somit entwickelt sich dieser Goßteil auch sichtlich langsam, es genügt scheinbar der Traum, dass „man es könnte wenn man wolle“. Dieses Träumen erscheint aber vielmehr als ein Stillhalten vor der Verzweiflung, aus der man nicht ausbrechen kann; wie ein erschrockener, der plötzlich erstarrt. Daher liegt es auch nicht fern, dass viele Teilnehmer, vor Comps noch trinken (ich meine nicht Bionade o.ä.), viel zu wenig schlafen oder die Nacht durchfeiern, anschließend dementsprechend schön und leistungsfähig auf der Bühne stehen. Diese Kuriosität, namentlich das fern liegen der tatsächlichen Handlungsweise von der ständigen Berufung auf Seriösität, Leidenschaft und Sportcharakter finden sich nicht nur auf Competitions, sondern erschreckender Weise auch bei viel zu vielen hinter der Bar, bei Aufträgen bis letztlich sogar beim Training. Klar ist, dass sich jeder mal hin und wieder solche Fehltritte leider im nachhinein erlauben musste, aber der Drang dass sich Flair und damit auch Bartender weiterentwickeln, und zwar nach vorne, setzt voraus, dass der Arbeit als (Flair)-bartender einige wesentliche Grundeinstellungen zugrundegelegt werden müssen, sodass wir neben Spass der Ernsthaftigkeit des Berufs auch ihren Platz einräumen müssen.
Legends ist nun vorbei und wir blicken der nächsten Veranstaltung entgegen. Am 10 April findet in Odessa die vierte Flair Castle Competition statt. Gesponsort von der FBA und der Odessa Barman Association ist dieser Wettbewerb längst kein regionales Event mehr. Als erster Stop der diesjährigen FBA ProTour International Division werden auch dieses Jahr viele talentierte Flairbartender partizipieren. Für mich persönlich äußerst interesssant, da der osteuropäische Raum sich in der Vergangenheit schon als Flair-Geheimtip erwiesen hat. Man kann also gespannt sein…
 Flair Castle 3 Resultate:
Christian Delpech
Rodrigo Delpech
Danilo Oribe
Tom Dyer
Hier noch ein kurzes Video vom Vorjahressieger Christian Delpech