Der britische Flairbartender Tom Dyer hat endlich den Entschluss gefasst, sein fundiertes Flairwissen mit dem Rest der Welt zu teilen. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es weiter unten, und zu Kaufen gibt es den Spass für umgerechnet c.a. 22 Euro bei http://www.londonbarandkitchen.com
Hamburg, 11. Juli 2008 – Die Reeperbahn auf den Spuren der Vergangenheit. Taumacher und Seiler gaben einst der Reeperbahn ihren Namen, auf Hochdeutsch Reiferbahn. Hier wurden große Schiffstaue gefertigt, die bis zu 300 Meter Länge erreichten. Â
Wo früher die Seeleute ihre Taue gedreht haben, wird am Freitag, den 11. Juli das Seil zum Wettkampfgerät umfunktioniert. Im Herzen St. Paulis auf dem Spielbudenplatz findet mit Red Bull Man Tau ein Tauziehen der Extraklasse statt. Statt Seemännern treten auf der wohl berühmtesten Amüsiermeile der Welt echte Tauzieher aus allen Altersklassen gegeneinander an und messen ihre Kräfte. Mitmachen kann jeder, der sich zu einem Team zusammenschließt und gemeinsam nicht mehr als 650 kg auf die Waage bringt. Denn das beste Team unter ihnen kämpft gegen die echten Jungs vom Kiez.Â
Jede Runde bei Red Bull Man Tau dauert rund fünf Minuten. Das Siegerteam wird nach dem K.O.-Prinzip ermittelt und hat dann die einmalige Chance einer Truppe von Hamburgs härtesten Türstehern sowie Rausschmeissern zu zeigen, wer wirklich der Stärkste ist. Sie ziehen im Finale gegen 650 Kilogramm Reeperbahn pur: Die Jungs vom Kiez kennen kein Pardon und werden den Siegern zeigen, was sie wirklich drauf haben.Â
Dem Gewinnerteam winkt eine Barkasse für den Red Bull Cliff Diving Event in diesem Herbst in Hamburg. In der Barkasse haben die Sieger mit rund 50 Begleitpersonen perfekte Sicht auf die spektakulärsten Klippen-Sprünge. Die besten Cliff Diver der Welt um den internationalen Champ Orlando Duque sind vier Tage lang im Hamburger Hafen auf der Suche nach dem perfekten Sprung in die Elbe. Beim großen Finale kann die stärkste Truppe von Red Bull Man Tau mit kostenlosen Drinks auf der eigenen Barkasse bei den Landungsbrücken dabei sein. Â
Red Bull Man Tau wird von einer Kiezgröße begleitet: Die einzelnen Wettkämpfe werden von keinem Geringeren als dem Hamburger Urgestein Inkasso Henry moderiert und kommentiert. Er kennt die Reeperbahn und seine harten Jungs in und auswendig. Entsprechend wird er mit den Tauziehern ins Gericht gehen und den Teams das Maximum abverlangen. Als krönenden Abschluss wird Inkasso Henry seine Hymne zum Besten geben: „An de Eck steiht’n Jung mit’n Tüddelband“
Schon erstaunlich was alles das Marketing einer Dose fertig bringt: Vor kurzer Zeit eine riesen Aktion in Paris und nun erwartet uns in wenigen Tagen wieder ein Spektakel auf der Hamburger Reeperbahn.
Wir berichteten bereits über die diesjährige Bacardi Martini Veranstaltung, die mit dem 40. mal ein Jubiläum feiern wird. Für das 40. mal haben sich die Veranstalter vieles neues ausgedacht. “Das Jubiläum steht im Zeichen der Harmony of contrasts; - Bei diesem Wettbewerb kann jeder Teilnehmer seine Stärke beweisen: Hier beweist sich der molecular Mixologe neben dem Flair Bartender” heißt es in der Pressemitteilung. Damit geht die Competition einen gewaagten Weg. Auch wenn die Idee an und für sich gut ist und auch tatsächlich eine alltägliche Herausforderung des Bartenders in einem Wettbewerb wiederspiegelt, stellt sich mir die Frage, wie die Judge den enormen Anforderungen gerecht werden will, Molekular Mixologen und Flairbartender nach objektiven Kriterien zu bewerten, nicht ohne selbst beides zu sein oder sich zumindest für eine Judge hinreichend mit beiden “Welten” beschäftigt zu haben.
Die Vermischung aller Kategorien könnte erhebliche Schwierigkeiten mit sich bringen. Letztlich handelt es sich um Bartender mit einer ausgewählten Präsentationsart, die subjektiv vom Gast wahrgenommen wird und dementsprechend bewertet wird. Wenn nun die Judge zwei grundverschiedene Techniken bewerten muss, könnte das sehr schwierig werden. In den Jahren zuvor wurde innerhalb einer Kategorie wie “Flair” nach objektiven Kriterien wie “Originalität”, “Schwierigkeitsgrad” oder auch “Drops und Spills” bewertet. Um auf den “perfekten Gastgeber” abstellen zu können, müsste als zentrales Bewertungskriterium vielmehr die Kommunikationsfähigkeit des Bartenders mit dem Gast im Regelwerk stehen, welche mit der alleinigen Präsentationsart (Kostüm, Flair o.ä.) nicht deutlich genug hervorgehen kann und damit der gesamten Veranstaltung eine schwammige Note geben würde. Ebenso kann laut Motto nicht erstrangig auf den Drink abgestellt werden: Auch ein schlechter Gastgeber wird einen guten Drink mixen können. Ferner würde der Wettbewerb wieder durch eine Hintertür umtituliert werden in einen “Classic”-Wettbewerb. Wie dem auch sei, wird letztlich abzuwarten sein, was wir dieses Jahr von der Veranstaltung erwarten dürfen und wie mögliche Schwierigkeiten vom Veranstalter, von der Judge und schließlich von den Teilnehmern bewältigt werden.